Unternehmensnachrichten
Ralph Dommermuth, Gründer und Geschäftsführer von United Internet und dessen Mobilfunkanteil 1&1, hat in einem exklusiven Interview mit der Welt am Sonntag die weit verbreiteten Gerüchte, dass das Unternehmen beabsichtige, sein viertes Mobilfunknetz an die Telefónica zu veräußern, zurückgewiesen. In einer klaren und zugleich strategisch orientierten Rede betonte er, dass 1&1 nach wie vor in die Ausweitung seiner Netzwerkinfrastruktur in ganz Deutschland investieren werde. Ziel sei es, bis Ende 2026 etwa ein Drittel der Haushalte in Deutschland mit Mobilfunkdienstleistungen zu versorgen.
Investitionspolitik und Netzwerkausweitung
Dommermuth erläuterte, dass die Pläne zur Netzwerkausweitung in Deutschland von 1&1 konsequent weiter verfolgt werden. Das Unternehmen verfolgt dabei ein langfristiges, technisches und finanzielles Konzept, das darauf abzielt, die Mobilfunkabdeckung schrittweise zu verbessern. Die Strategie sieht vor, dass die Investitionen in die Infrastruktur auf einer soliden wirtschaftlichen Basis beruhen, während gleichzeitig der regulatorische Rahmen und die Marktbedingungen berücksichtigt werden.
Gespräche mit Aufsichtsbehörden
Im Rahmen der regulatorischen Anforderungen hat 1&1 aktiv Gespräche mit relevanten Aufsichtsbehörden aufgenommen. Das Unternehmen hat seine Bereitschaft signalisiert, sich an einem gemeinsamen Tower‑Nutzungskonzept zu beteiligen – ein Modell, das in vielen europäischen Märkten zur Kosten- und Ressourceneffizienz beiträgt. Dieses Modell ermöglicht es mehreren Mobilfunkanbietern, gemeinsam in die Installation und Wartung von Mobilfunkmasten zu investieren und dadurch die Kosten für die Infrastruktur zu teilen.
Rechtsstreitigkeiten mit der Bundesnetzagentur
Ein weiteres zentrales Thema im Interview war die fortlaufende Rechtsstreitigkeit mit der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Frequenzzuweisungen. Dommermuth hob hervor, dass die Entscheidung der Agentur, 1&1 von bestimmten Niedrigbandfrequenzen auszuschließen, seiner Ansicht nach rechtswidrig sei. Er betonte, dass 1&1 sich in einem transparenten Verfahren befindet und dass das Unternehmen bereit sei, seine Argumente vor Gericht zu verteidigen.
Wettbewerb und Verbraucherpreise
Das Unternehmen betont, dass seine anhaltende Marktpräsenz den Wettbewerb fördert und die Preise für Verbraucher senkt. Dommermuth argumentierte, dass die Konkurrenz zwischen den Anbietern in Deutschland einen positiven Einfluss auf die Preisgestaltung hat. Durch die Erhöhung des Wettbewerbs entsteht ein Anreiz für die Anbieter, ihre Preise attraktiver zu gestalten, um Kunden zu gewinnen und zu halten.
Fazit
Ralph Dommermuth hat klar und eindeutig erklärt, dass 1&1 nicht beabsichtige, sein viertes Mobilfunknetz an die Telefónica zu veräußern. Stattdessen wird das Unternehmen seine Investitionen in die Netzwerkausweitung fortsetzen, aktiv mit Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten und seine Rechtsstreitigkeiten mit der Bundesnetzagentur weiter verfolgen. Das Ziel bleibt dabei, die Mobilfunkabdeckung zu erweitern, den Wettbewerb zu fördern und gleichzeitig die Preise für Verbraucher zu senken.




