Die Kontroverse um Adidas’ „Single Shoe"‑Kampagne

Adidas hat in den letzten Wochen vermehrt Kritik auf sich gezogen, nachdem die Sportartikelmarke in ihrer „Single Shoe"-Kampagne einen verwundeten israelischen Veteranen präsentiert hat. Diese Kampagne, die sich zunächst in Europa lancierte und nun in Asien sowie im Nahen Osten verfügbar ist, zielt darauf ab, die Zugänglichkeit für Personen weltweit zu verbessern, die lediglich ein Paar Schuhe benötigen – etwa Amputierte. Durch die Hervorhebung eines einzelnen Veteranen wurde das Thema der Inklusion visuell geworthin, doch die Entscheidung, einen israelischen Soldaten in den Mittelpunkt zu stellen, hat zu Boykottaufrufen von propalästinensischen Aktivisten geführt.

Hintergründe der Kampagne

  • Zielsetzung: Die „Single Shoe"-Initiative soll die Verfügbarkeit von maßgeschneiderten Schuhen erhöhen, insbesondere für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.
  • Ausbau: Nach dem Start in Europa wurde die Kampagne in weitere Märkte ausgeweitet, um eine globale Reichweite zu gewährleisten.
  • Positionierung: Adidas betont, dass das Angebot nicht speziell für Israel oder Militärpersonal gedacht sei, sondern Teil eines umfassenderen Zugänglichkeitsprogramms.

Reaktionen aus der Öffentlichkeit

Trotz der klaren Aussage des Unternehmens, dass die Kampagne nicht ausschließlich militärisch motiviert sei, hat sich das Thema in sozialen Medien schnell entfaltet:

  • Boykottaufrufe: Propalästinensische Aktivisten haben in den sozialen Netzwerken einen Aufruf zum Boykott von Adidas gestartet, da die Betonung eines israelischen Soldaten im Kontext des andauernden Gaza-Konflikts als unangemessen empfunden wird.
  • Hashtag‑Kampagnen: Hashtags wie #BoycottAdidas und #StopTheWar haben an Dynamik gewonnen, wodurch die Kampagne verstärktes öffentliches Bewusstsein generierte.
  • Debatte über Corporate Social Responsibility: Die Diskussion hat auch die Frage aufgeworfen, wie Unternehmen in Zeiten geopolitischer Konflikte ihre Marketingentscheidungen treffen sollten, um soziale Verantwortung zu zeigen.

Unternehmensantwort und weitere Entwicklungen

Adidas hat in einer offiziellen Stellungnahme erklärt, dass die Auswahl des Veteranen auf dessen individueller Geschichte und seinem Beitrag zur Gesellschaft zurückzuführen sei, nicht jedoch auf eine politische Agenda. Das Unternehmen betont, dass seine Initiative ausschließlich die Verbesserung der Zugänglichkeit zum Ziel habe und keine Verbindung zu militärischen Aktivitäten in Israel herweise.

Dennoch bleibt die Kampagne einem intensiven öffentlichen Druck ausgesetzt. Adidas muss nun abwägen, ob zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen nötig sind, um das Vertrauen in die Markenidentität zu stabilisieren und gleichzeitig die weltweite Zielgruppe zu erreichen.


Die Debatte verdeutlicht, dass Marketingkampagnen in einer zunehmend vernetzten Welt nicht nur ästhetisch, sondern auch gesellschaftlich und politisch sensibel gestaltet werden müssen. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, globale Verantwortung zu zeigen, während sie gleichzeitig ihre kommerziellen Ziele verfolgen.