Bilfinger SE übernimmt Schlüsselaufgabe im Asse‑II‑Projekt
Bilfinger SE wurde von der Bundesanstalt für Kernabfallaufbewahrung (BKA) mit der Entwicklung und Umsetzung spezialisierter, robotischer und mechanisierter Lösungen für die Beseitigung von radioaktivem Abfall aus der Tiefenbaustätte Asse II betraut. Das Ziel ist die Entnahme von mehr als 100 000 Behältern mit radioaktivem Material niedrigem bis mittlerem Gefahrengrad, die sich in Tiefen von bis zu 750 Meter befinden.
Technologischer Ansatz
Bilfinger plant einen hochautomatisierten, multifunktionalen Bagger, der mit speziell entwickelten Greifern und Schneidwerkzeugen ausgestattet sein soll. Durch den Einsatz fortschrittlicher Sensorfusion und einer 3‑D‑Umweltwahrnehmung wird eine autonome Operation in den extremen Bedingungen der Tiefenbaustätte ermöglicht. Die Kombination aus mechanischer Präzision und digitaler Steuerung reduziert manuelle Eingriffe und erhöht die Betriebssicherheit.
Digitale Zwillinge als Planungsinstrument
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Nutzung von digitalen Zwillingen. Diese virtuellen Repliken der Arbeitsumgebung dienen der Planung und Simulation von Entnahmeabläufen. Durch das Modellieren von Bodenbeschaffenheit, Strukturelementen und potenziellen Gefahrenstellen können Betreiber Szenarien durchspielen, Abläufe optimieren und Risikofaktoren frühzeitig identifizieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in die operative Steuerung ein und steigern sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit.
Projektweite Auswirkungen
Die Umsetzung dieses Projekts positioniert Bilfinger SE als Schlüsselakteur in einem der technisch herausforderndsten Abfallmanagementprojekte Deutschlands. Die Technologie, die hier entwickelt wird, kann zukünftig auf andere Tiefenlager angewendet werden und trägt damit zur nationalen und europäischen Sicherheit im Umgang mit radioaktivem Abfall bei.
Fazit
Bilfinger SE hat sich mit der Entwicklung eines hochautomatisierten Baggers und der Integration digitaler Zwillinge in das Asse‑II‑Projekt als technischer Vorreiter positioniert. Durch die Kombination von Robotik, Sensorfusion und digitalen Simulationswerkzeugen werden die Entnahmeabläufe effizienter und sicherer gestaltet, was sowohl den Betreiber als auch die Umwelt schützt.




