Covestro AG – Wegweiser einer neuen Unternehmensära
Covestro AG, der weltweit führende deutsche Polymerhersteller, steht an der Schwelle zu einer fundamentalen Transformation. Nachdem die ägyptische, von ADNOC betriebene Energiegruppe XRG die Übernahme von Covestro abgeschlossen hat, durchläuft das Unternehmen die entscheidende Phase der Integration in ein größeres Konzernportfolio. In diesem Zuge hat Covestro ein Memorandum of Understanding (MoU) mit den Unternehmen Fertiglobe und TA’ZIZ unterzeichnet, um die Versorgungssicherheit mit Ammoniak – einem essenziellen Rohstoff für die Polymer- und Kunststoffproduktion – zu gewährleisten. Diese strategische Partnerschaft soll die Lieferkette stärken und die Einführung von ammoniakbasierten Produkten in den Märkten China, den Vereinigten Staaten und Europa vorantreiben.
Parallel dazu beendet Covestro seine eigenständige Börsennotierung an der Frankfurter Börse. XRG hält nun mehr als 95 % der Unternehmensanteile und hat einen Squeeze‑Out-Prozess eingeleitet, während die Prime‑Standard‑Registrierung Anfang Februar zurückgezogen wurde. Die verbleibenden Schritte der Delisting‑Prozedur werden in Kürze abgeschlossen, wodurch das Ende der eigenständigen Präsenz von Covestro auf dem deutschen Markt eingeläutet wird.
Die strategische Bedeutung der Ammoniak-Vereinbarung
Ammoniak ist ein zentraler Rohstoff für die Herstellung vieler polymerer Materialien. Durch die Vereinbarung mit Fertiglobe und TA’ZIZ sichert Covestro nicht nur die kontinuierliche Versorgung mit Ammoniak, sondern eröffnet auch neue Wege zur Produktion innovativer, nachhaltiger Produkte. Die Partnerschaft ermöglicht es, die Produktionslinien in China, den USA und Europa effizienter zu betreiben und gleichzeitig die Abhängigkeit von externen Zulieferern zu reduzieren. Damit wird Covestro in die Lage versetzt, seine Marktposition in Schlüsselregionen zu festigen und gleichzeitig die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz zu erfüllen.
Integration in XRG und der Weg zum Squeeze‑Out
XRG hat sich als strategischer Investor positioniert, indem es mehr als 95 % der Anteile an Covestro erwarb. Der Squeeze‑Out-Prozess, den XRG nun einleitet, stellt sicher, dass sämtliche verbleibenden Aktionäre ihre Anteile auflösen können, wodurch die vollständige Übernahme des Unternehmens abgeschlossen wird. Durch die Aufhebung der Prime‑Standard‑Registrierung und die Beschleunigung des Delisting-Verfahrens wird die Übernahme formalisiert, und Covestro tritt in eine neue Ära als Teil des XRG-Portfolio ein.
Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft
Der Ausstieg von Covestro aus der deutschen Börse bedeutet nicht nur einen Verlust eines börsennotierten Unternehmens, sondern auch einen Wandel in der deutschen Polymerindustrie. Während die Integration in XRG internationale Synergien eröffnet, könnten sich lokale Arbeitsplätze und Lieferketten in den kommenden Monaten neu ausrichten. Die Deutsche Wirtschaft wird aufmerksam beobachten, wie sich die Integration auswirkt und welche Möglichkeiten sich für regionale Zulieferer und Forschungseinrichtungen ergeben.
Ausblick
Covestro steht an einem Wendepunkt: Die neue Ammoniak-Vereinbarung und die Integration in XRG bilden die Grundlage für eine Zukunft, in der Nachhaltigkeit und Effizienz Hand in Hand gehen. Obwohl die eigenständige Börsennotierung endet, eröffnet das Unternehmen gleichzeitig neue Horizonte im globalen Markt, unterstützt durch strategische Partnerschaften und einen robusten Lieferkettenaufbau. Der Weg, den Covestro beschreitet, wird die deutsche und internationale Polymerbranche nachhaltig prägen.




