Unternehmensnachrichten: Covestro AG – Vollständige Übernahme durch Adnoc
Am 9. Januar 2026 kündigte der deutsche Polymerhersteller Covestro AG an, dass sein Mehrheitsaktionär, die Investment‑Abteilung der in Abu Dhabi ansässigen Ölgesellschaft ADNOC, einen Squeeze‑Out der verbleibenden Minderheitsaktionäre eingeleitet hat. Der Schritt, der die vollständige Eigentümerschaft sichern soll, folgt auf einen langwierigen Übernahmeprozess, der mit frühen Berichten über das Interesse von ADNOC begann und nun die Endphase der regulatorischen Prüfung erreicht hat.
Die Hintergründe der Übernahme
Der Squeeze‑Out stellt einen klassischen Mechanismus dar, bei dem ein Mehrheitsaktionär die restlichen Anteile an den Minderheitsaktionären auskauft, sobald ein bestimmter Anteil erreicht ist. In diesem Fall beabsichtigt die Investment‑Abteilung von ADNOC, die ausstehenden Anteile gegen eine Barausgleichszahlung zu erwerben. Damit würde die Unternehmensstruktur von einer börsennotierten Gesellschaft zu einer privaten Holding werden. Diese Absicht deutet auf einen potenziellen Börsenabgang von Covestro von der Frankfurter Börse hin, was die Marktteilnehmer in den letzten Tagen veranlasst hat, ihre Handelsaktivitäten anzupassen.
Ein Kontext im Chemiesektor
Die Entwicklung von Covestro erfolgt im Kontext einer breiteren Aktivität im Chemiesektor. Zahlreiche in der Golfregion ansässige Unternehmen haben in den letzten Jahren begonnen, europäische petrochemische Vermögenswerte zu veräußern. ADNOC ist dabei ein aktiver Akteur, der sich zunehmend an europäischen Produktionsanlagen und Rohstoffbasen beteiligt. Die Übernahme von Covestro könnte damit als strategische Ergänzung zum Portfolio der ADNOC Investment‑Abteilung gesehen werden, die neben der Energiebranche auch stark in chemische und petrochemische Anlagen investiert.
Reaktion der Märkte
Der Markt hat auf die Übernahmeankündigung mit einer spürbaren Veränderung der Handelsaktivität von Covestro reagiert. Aktienkurse erlebten eine leichte Volatilität, die die Unsicherheit der Investoren über den zukünftigen Status des Unternehmens als börsennotierte Gesellschaft widerspiegelt. Analysten haben die Möglichkeit eines Börsenabgangs als potenziell wertsteigernd für die verbleibenden Aktionäre betrachtet, gleichzeitig jedoch betont, dass regulatorische Genehmigungen und die Umsetzung eines Squeeze‑Outs zusätzliche Risiken mit sich bringen können.
Ausblick
Die endgültige Freigabe der regulatorischen Prüfungen sowie die Verhandlungen über den Barausgleich für die Minderheitsaktionäre werden die nächsten entscheidenden Schritte markieren. Sollte der Prozess erfolgreich abgeschlossen werden, könnte Covestro als privates Unternehmen unter der Dachgesellschaft ADNOC neu strukturiert werden. Dies würde nicht nur die Position von ADNOC im europäischen Chemiehandel festigen, sondern auch neue Perspektiven für die Produktentwicklung und das globale Netzwerk von Covestro eröffnen. Für die Investoren bleibt die Frage offen, wie die zukünftige Unternehmensführung aussehen wird und welche strategischen Entscheidungen in den kommenden Jahren folgen werden.




