Drägerwerk AG äußert Besorgnis über EU-weites PFAS-Verbot

Drägerwerk AG hat seine Besorgnis über das bevorstehende EU-weite Verbot von per- und polyfluorierten Substanzen (PFAS) zum Ausdruck gebracht. Vorstandsvorsitzender Stefan Dräger erklärte, er würde auf eine Reaktion der deutschen Regierung warten und hoffe auf eine politische Initiative, die die umfassenderen gesellschaftlichen Auswirkungen berücksichtigt und die heimische Industriegrundlage schützt.

Die Äußerungen des Unternehmens erfolgen im Kontext weiterführender Regulierungsdiskussionen über PFAS, und die Führung von Drägerwerk hat eine staatliche Intervention gefordert, um das operative Umfeld zu erhalten und die Interessen des deutschen Industriesektors zu wahren.

Die Drägerwerk AG ist seit Jahrzehnten ein wesentlicher Akteur im Bereich Medizintechnik und Industrieausrüstung. Ihre Produkte sind in kritischen Anwendungen wie Atemschutz, Notfallmedizin und industriellen Prozesskontrollen weltweit eingesetzt. Angesichts der geplanten EU-weiten Beschränkung von PFAS – Substanzen, die in einer Vielzahl von Produkten von Feuerlöschschaum bis zu Textilien vorkommen – stehen zahlreiche ihrer Lieferketten und Produktionsprozesse unter Druck.

Die EU-Kommission hat bereits im Jahr 2023 einen umfassenden Vorschlag vorgelegt, der PFAS als Gruppe von chemischen Stoffen regelt und ein schrittweises Verbot bis 2025 vorsehen würde. Die Vorschrift soll nicht nur den direkten menschlichen Gesundheitsschutz verbessern, sondern auch die Umweltauswirkungen reduzieren, die durch die Persistenz und Bioakkumulation dieser Substanzen verursacht werden.

Für Drägerwerk bedeutet das Verbot jedoch eine potenzielle Unterbrechung der Lieferketten, insbesondere für ihre sensiblen Medizintechnikprodukte, die in kritischen Einsatzbereichen eingesetzt werden. Die Drägerwerk AG hat daher darauf hingewiesen, dass eine abruptes Auslaufen von PFAS in ihren Produkten erhebliche Auswirkungen auf die betriebliche Kontinuität haben könnte.

Die Forderung nach einer staatlichen Intervention ist Teil einer breiteren Strategie, die darauf abzielt, die nationale Industriebasis zu schützen und gleichzeitig die Innovationskraft zu erhalten. Drägerwerk betont, dass sie bereits alternative, PFAS-freie Materialien erforschen, jedoch ein vollständiger Übergang nicht kurzfristig möglich sei.

Die deutsche Bundesregierung hat bisher keine definitive Stellungnahme zu einer spezifischen Regelung innerhalb des EU-Rahmens abgegeben. Drägerwerk fordert daher eine koordinierte politische Initiative, die die Interessen der deutschen Industrie berücksichtigt, ohne dabei die Fortschritte im Schutz von Mensch und Umwelt zu vernachlässigen.

Aus der Perspektive der Unternehmensführung ist klar, dass die Zukunft von Drägerwerk eng mit dem regulatorischen Umfeld verknüpft ist. Die Notwendigkeit, innovative und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, wird gleichzeitig als Chance gesehen, die Marktposition zu stärken und gleichzeitig Verantwortung gegenüber gesellschaftlichen Erwartungen zu übernehmen.

Der Drägerwerk AG bleibt dabei in engem Austausch mit Industrieverbänden, Forschungsinstituten und politischen Entscheidungsträgern, um eine ausgewogene Lösung zu erzielen. Ihre Forderungen spiegeln die Herausforderung wider, die Balance zwischen technologischem Fortschritt, wirtschaftlicher Stabilität und Umweltverantwortung in einer zunehmend regulierten globalen Wirtschaft zu wahren.