Heidelberg Pharma AG präsentiert wegweisende klinische Daten zu Amanitin‑basierten ADCs bei der ASH 2026

Bei der diesjährigen Jahresversammlung der American Society of Hematology (ASH) hat Heidelberg Pharma AG angekündigt, dass das Unternehmen neue klinische Daten zu seiner fortschrittlichen ATAC‑Technologie (Amanitin‑Targeted Antibody‑Drug Conjugate) vorstellen wird. Im Fokus stehen dabei zwei vielversprechende Kandidaten, die die Behandlung von hartnäckigem oder rezidiviertem Myelom sowie von nicht‑Hodgkin‑Lymphomen neu definieren könnten.

Pamlectabart Tismanitin (HDP‑101) – BCMA‑Targeted ADC für rezidiviertes Myelom

Der leitende Kandidat, pamlectabart tismanitin (HDP‑101), richtet sich gegen die B‑Cell Maturation Antigen (BCMA) und ist für die Therapie von rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom konzipiert. In einer geplanten mündlichen Präsentation werden die Ergebnisse einer Phase‑I/IIa‑Studie vorgestellt, die sowohl die Dosis‑Erhöhung als auch die frühen antitumoralen Effekte von HDP‑101 abdeckt. Die Daten deuten darauf hin, dass das ADC ein starkes Tumor‑Zielkonzept umsetzt, bei dem die Amanitin‑Basismolekülbasis als hochwirksamer Zytotoxin die Tumorzellen selektiv zerstört, während die Antikörper‑Wirkstoff‑Verbindung die spezifische Bindung an BCMA gewährleistet.

HDP‑102 – CD37‑Targeted ADC für nicht‑Hodgkin‑Lymphome

Ein zweiter Kandidat, HDP‑102, wurde in einer Poster‑Session vorgestellt. Dieses ADC zielt auf das CD37-Protein, das bei nicht‑Hodgkin‑Lymphomen häufig exprimiert ist. Die präsentierten Daten betonen sowohl die translationalen Wirkungen als auch ein günstiges Sicherheitsprofil, das in frühen klinischen Kohorten beobachtet wurde. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass HDP‑102 ein vielversprechendes Therapeutikum für Patienten darstellt, die bislang nur begrenzte Optionen hatten.

Heidelberg Pharma und die Zukunft der Amanitin‑Onkologie

Heidelberg Pharma AG ist das erste Unternehmen, das die natürliche Toxizität des Amanitins – dem tödlichen Wirkstoff des Pilzes Amanita phalloides – gezielt in der Onkologie einsetzt. Durch die Entwicklung einer innovativen Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugatplattform schafft das Unternehmen einen Weg, die hohe Wirksamkeit von Amanitin mit einer verbesserten Tumorspezifität zu kombinieren. Diese Technologie könnte die Behandlung von schwer zu behandelnden Blutkrebsarten revolutionieren.

Während das Unternehmen weiterhin nach Kooperationsmöglichkeiten sucht, um die ATAC‑Technologieplattform zu erweitern, haben sowohl HDP‑101 als auch HDP‑102 bereits regulatorische Designationen erhalten, die ihren Entwicklungsweg unterstützen. Diese Fortschritte unterstreichen die strategische Ausrichtung von Heidelberg Pharma, die in der Lage ist, die komplexen Herausforderungen der präzisen Pharmakotherapie zu adressieren und gleichzeitig neue Therapieoptionen für Patienten mit begrenzten Alternativen bereitzustellen.