Ein Logistikengpass in der deutschen Mineralwasserbranche
Im Sommer 2026 hat die deutsche Mineralwasserbranche einen vorübergehenden Engpass bei der Versorgung mit zurückzugebenden Flaschen und Kartons erlebt. Die Ursache dafür ist eine bisher ungeahnte Hitzewelle, die den Konsum von abgefülltem Wasser in ungeahnte Höhen angetrieben hat.
Der Ausgangspunkt des Problems
Seit Ende Juni meldet der Verband deutscher Mineralwasserhersteller (VDM) einen anhaltenden „Logistikengpass". Verbraucher kaufen vermehrt Wasser, doch die Behälter, die normalerweise in den Retouren- und Recyclingkreislauf zurückgeführt werden, kommen nicht mehr in der üblichen Geschwindigkeit zurück. Dieser Rückstau wirkt sich unmittelbar auf die gesamte Lieferkette aus: Abfüllanlagen sind auf einen stetigen Vorrat an leeren Flaschen angewiesen, um ihre Produktion aufrechtzuerhalten. Wenn diese Flaschen nicht rechtzeitig zurückkehren, werden Abfüllstationen gezwungen, die Produktion zu drosseln, bis die notwendigen Rückläufe wieder zulegen.
Position des VDM
Der VDM betont ausdrücklich, dass es keine generelle Versorgungskrise gibt. Er weist darauf hin, dass die Engpässe nur vorübergehend sind und auf die außergewöhnlichen Wetterbedingungen zurückzuführen sind. Dennoch warnt er davor, dass bestimmte Marken von Mineralwasser vorübergehend nicht verfügbar sein könnten. Diese Warnung richtet sich vor allem an Verbraucher, die sich auf die gleichbleibende Versorgung in den Regalen verlassen.
Stellungnahmen von Händlern
Getränkewhitelabel-Händler haben die Auswirkungen des erhöhten Umsatzes auf die Logistik bestätigt. Sie berichten, dass die gesteigerte Nachfrage die vorhandenen Lager- und Rücknahmesysteme stark belastet. Trotz dieser Belastung sehen die Händler keine gravierenden Engpässe, da sie über einen beträchtlichen Vorrat an leeren Verpackungen verfügen, den sie vor dem Sommer aufgebaut haben. Diese Vorsorge hat sich als wirksames Mittel erwiesen, um die Versorgung in Zeiten erhöhter Nachfrage zu sichern.
Zusätzliche Bestätigung durch Branchenverbände
Der Deutsche Brauerverband hat seine Unterstützung für die Stabilität des Rücknahmeflusses ausgedrückt. Er betont, dass der Fluss leerer Behälter weiterhin sicher ist und keine signifikanten Unterbrechungen in der Lieferkette zu erwarten sind. Diese Bestätigung liefert zusätzliche Sicherheit für die betroffenen Hersteller und Händler, dass das System in der Lage ist, kurzfristige Schwankungen zu absorbieren.
Ausblick: Beschleunigung der Rückgabe und Umverteilung
Die Hauptaufgabe der Branche in den kommenden Monaten besteht darin, die Rückgabe und Umverteilung leerer Verpackungen zu beschleunigen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Optimierung der Logistikprozesse, die Einführung von Anreizprogrammen für die Rückgabe und die Erweiterung des Rücknahmesystems an öffentlichen Standorten. Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass die Abfüllanlagen kontinuierlich mit leeren Behältern versorgt werden und die Verbraucher nicht länger mit Lieferengpässen konfrontiert sind.
Insgesamt bleibt die deutsche Mineralwasserbranche gut gerüstet, um die vorübergehenden Herausforderungen durch die Hitzewelle zu meistern. Mit einer klaren Fokussierung auf die Rückgabe und die kontinuierliche Optimierung der Logistikkette können sowohl Hersteller als auch Händler sicherstellen, dass die Versorgung von Wasser – in allen Formaten – auch in der Zukunft stabil bleibt.




