Hintergrund
Die K+S AG, Sitz in Kassel, ist aktuell Gegenstand der Aufsicht, weil bei der Produktion von Kaliumchlorid salzhaltiger Abfall entsteht. Der Vorstandsvorsitzende hat die Möglichkeit betont, einen Teil dieser Abwässer in den Bischofferode‑Abbruch zu leiten, eine lange, verschlossene Mine im Norden Thüringens, die noch Kapazität besitzt, behandeltetes Salzlösungsmittel aufzunehmen.
Genehmigungsbedarf
Für die Durchführung des Vorschlags sind mehrere Genehmigungen erforderlich:
- Bundesbergbauaufsichtsbehörde – muss die Entnahme aus dem Abbruch genehmigen.
- Kooperation der betroffenen Bundesländer – Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Nordrhein‑Westfalen müssen zustimmen.
- Umweltauflagen – die Bundesländer müssen sicherstellen, dass die Entnahme keine weiteren Umweltschäden verursacht.
Reaktionen der Umweltgruppen
Umweltgruppen in den genannten Bundesländern protestieren gegen die Fortsetzung der Freisetzung von salzlastigem Abfall in die Werra und Weser. Ihre Forderungen umfassen:
- Strengere Grenzwerte für salzhaltige Emissionen.
- Aufhebung der Entnahmen bis mindestens 2028.
Diese Proteste spiegeln die Bedenken wider, dass die aktuelle Entsorgungsweise die Wasserqualität beeinträchtigt und somit die Umwelt und die regionale Landwirtschaft gefährdet.
Maßnahmen der K+S AG
Investition in Trocknungs‑Upgrade Die K+S AG plant, rund 600 Mio. € in ein Trocknungs‑Upgrade zu investieren. Ziel ist es, die salzhaltigen Emissionen bis 2028 deutlich zu reduzieren. Das Projekt soll bis 2028 abgeschlossen sein.
Übergangs‑Wasserrechte‑Lizenz Das Unternehmen beantragt eine Übergangs‑Wasserrechte‑Lizenz für Tätigkeiten nach 2027, um weiterhin Wasser für die Produktion nutzen zu können, während das Upgrade läuft.
Ausblick
Die Debatte verdeutlicht die Spannung zwischen industrieller Produktion und dem Schutz der Flussufern. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um:
- die Genehmigungen der Bundesbergbauaufsichtsbehörde und der betroffenen Länder zu erhalten,
- die Investition in das Trocknungs‑Upgrade rechtzeitig abzuschließen,
- die Forderungen der Umweltgruppen zu adressieren und
- einen langfristigen, umweltverträglichen Entsorgungsplan zu etablieren.




