Unternehmensnachrichten
Deutsche Groß- und Einzelhandelsgruppen, zu denen Ceconomy gehört, haben eine Petition beim Bundesministerium für Finanzen eingereicht. Ziel ist die Beschlagnahme der von Visa und Mastercard erhobenen Gebühren für Geschäftskarten-Transaktionen.
Aktuelle Gebührenstruktur
Die derzeitigen, unregulierten Raten liegen typischerweise zwischen 1,5 % und 2 % des Umsatzes. Diese Gebühren umfassen Interchange- und Scheme-Gebühren, die weitgehend von den beiden US‑Zahlungsnetzwerken bestimmt werden. Im Gegensatz dazu gelten in der EU für Verbraucherkartegebühren Höchstgrenzen. Für Geschäftskarten fehlt bislang eine Obergrenze, was von den Unternehmen als unverhältnismäßig belastend empfunden wird.
Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit
Die Gruppen argumentieren, dass die hohen Gebühren die europäische Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Durch die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen entsteht ein Wettbewerbsvorteil für die US‑Netzwerke. Die Petition ist Teil eines umfassenderen Bestrebens, die europäische Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen zu verringern.
Rechtlicher Kontext
Zur Untermauerung ihrer Forderung verweisen die Unternehmen auf jüngste wettbewerbsrechtliche Urteile im Vereinigten Königreich, die ähnliche Gebühren als potenziell rechtswidrig betrachteten. Diese Entscheidungen werden als Hinweis auf mögliche Verletzungen europäischer Markt‑Fairness‑Prinzipien herangezogen.
Ausblick
Der Antrag wird im Zuge fortlaufender Diskussionen über einen digitalen Euro und alternative inländische Zahlungsplattformen diskutiert. Sollte er erfolgreich sein, könnte eine Obergrenze für Geschäftskarten-Gebühren eingeführt werden, was die Kostenstruktur von Unternehmen in Deutschland und der EU nachhaltig verändern dürfte.




