Strategischer Kurswechsel der Schaeffler AG: Diversifizierung in Robotik und Verteidigung
Die Schaeffler AG, ein etablierter Akteur im Automobil‑ und Industrie‑Engineering, hat kürzlich einen entscheidenden Schritt angekündigt: die Abkehr von einer dominanten Abhängigkeit zum Automobilsektor hin zu einer Expansion in die Bereiche Robotik und Verteidigungstechnologien. Dieser Schritt erfolgt im Kontext einer längerfristigen Strategie, die darauf abzielt, die Umsatzbasis durch neue, wachstumsstarke Geschäftssegmente zu erweitern und damit die Unternehmensresilienz zu erhöhen.
1. Strategische Motivation
Im Kern geht es um die Risikominimierung. Der Automobilmarkt ist volatil, von zyklischen Konjunkturwechseln, regulatorischen Veränderungen und dem raschen Wandel hin zu Elektromobilität und autonomer Fortbewegung beeinflusst. Durch die Fokussierung auf Robotik‑ und Verteidigungstechnik strebt Schaeffler an, ein stabiles und langfristiges Umsatzwachstum zu sichern. Diese Branchen zeigen nachweislich robuste Nachfrage, insbesondere im Bereich der industriellen Automatisierung und der Verteidigungs- sowie Sicherheitsausrüstung, die in einer zunehmend digitalisierten und geopolitisch unsicheren Welt immer wichtiger wird.
2. Umsatzprognose bis 2035
Laut den jüngsten Unternehmensaussagen soll ein erheblicher Anteil der zukünftigen Umsätze aus den neuen Geschäftsbereichen stammen. Die Schaeffler‑AG hat ein Ziel festgelegt, dass bis zum Jahr 2035 ein signifikanter Prozentsatz des Gesamtumsatzes – voraussichtlich im Bereich von 25 % bis 30 % – aus Robotik- und Verteidigungssegmenten erwirtschaftet wird. Diese Prognose basiert auf internen Wachstumsmodellen, die sowohl organisches Wachstum als auch potenzielle Akquisitionen berücksichtigen.
3. Auswirkungen auf das Produktportfolio
Der Diversifizierungsplan führt zu einer signifikanten Neugestaltung des Produktportfolios. Während die Kernkompetenzen im Automobil- und Industriebereich erhalten bleiben, werden neue Produktlinien wie hochpräzise Robotik‑Endeffektoren, Verteidigungs‑ und Sicherheitssysteme sowie integrierte Automatisierungslösungen entwickelt. Diese Produkte sollen die bestehende Expertise in Präzisionsbearbeitung und Fertigungstechnik mit modernen digitalen Steuerungs- und Sensortechnologien verbinden.
4. Wettbewerbsposition
Marktbeobachter und Analysten erkennen, dass Schaeffler durch diesen strategischen Pivot seine Wettbewerbsposition nachhaltig verändern kann. Durch die Expansion in technologieintensive Nischenmärkte, die einen geringeren Preisdruck und höhere Margen aufweisen, kann das Unternehmen sich von traditionellen Zulieferern abheben. Gleichzeitig eröffnet die neue Produktpalette den Zugang zu staatlichen Förderprogrammen und Verteidigungsaufträgen, die traditionell als stabile Einnahmequellen gelten.
5. Balance zwischen Tradition und Innovation
Trotz der klaren Ausrichtung auf Wachstum in neuen Segments betonen die Führungskräfte der Schaeffler AG, dass die Kernaktivitäten im Automobil- und Industriebereich nicht vernachlässigt werden sollen. Die Unternehmensführung sieht die neue Diversifikation als Ergänzung, nicht als Ersatz. Dadurch bleibt die Schaeffler‑AG ein verlässlicher Partner für Automobilhersteller, während gleichzeitig ein neues Kapitel in den Bereichen Robotik und Verteidigung eröffnet wird.
6. Ausblick
Die angekündigte Strategie positioniert die Schaeffler AG in einer Zukunft, in der technologische Exzellenz und robuste Geschäftsmodelle im Fokus stehen. Mit einem klaren Plan für die Expansion in Robotik und Verteidigung, einer detaillierten Umsatzprognose bis 2035 und einer gezielten Neugestaltung des Produktportfolios ist das Unternehmen bereit, die Herausforderungen der nächsten Dekade zu meistern und gleichzeitig seine Marktführerschaft zu festigen.




